Die Narrlanger Ritter

Den meisten Erlangerinnen und Erlangern ist ja klar: Für das, was zwischen dem 11. November und dem traditionellen Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch in unserer schönen Stadt geschieht, trägt die Stadtspitze im Rathaus keine Verantwortung. Denn jedes Jahr pünktlich zum 11. November übernimmt das Markgrafenpaar mit seinem Hofstaat das Zepter in Erlangen. Unsere Stadt ist ja bekanntlich geprägt von hugenottischer Nüchternheit – und so tut es nur gut, wenn wenigstens einige Wochen wieder höfischer Prunk verbreitet wird, wenn nun den Oberbürgermeister, der ja eigentlich die Schlüssel zum Rathaus abgegeben hat, auch in dieser Zeit zu Wort kommen darf, ist das schon etwas Besonderes. Und eine besondere Ehre ist es, dann sogar noch mit dem Orden eines Rittes des geschliffenen Wortes und der spitzen Zunge ausgezeichnet zu werden. Wortgewandt soll der Ritter sein, seine Meinung elegant, humorvoll, wohl verpackt, ohne Hassgefühle und persönlichen Angriff vortragen, Nun denn – ob ein Oberbürgermeister jeden Tag diesen Anforderungen gerecht wird, mögen andere beurteilen. In dieser Zeit, wo die Narren die Stadt regieren, sollte er zumindest die Zeit haben, seine Rede so vorzubereiten — und von den narren zu lernen. Denn „Humor ist der Kopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt“, weiß schon Joachim Ringelnatz.

In diesem Sinne ruft „Ein dreifaches Narrlangia Rot-Weiss – Helau!“

Ihr
Florian Janik